Wien Urban Wildlife
Kaiserstadt, Kaffeehauskultur, Donau – und mittendrin eine erstaunliche Vielfalt an Wildtieren. Wien verbindet urbanes Lebensgefühl mit Natur auf eine Weise, die man so in kaum einer anderen europäischen Hauptstadt erlebt.
Wien kennt man für Stephansdom, Prater, Sachertorte und den berühmten Wiener Schmäh. Doch wer die Stadt mit den Augen eines Naturfotografen betrachtet, entdeckt schnell eine zweite Seite.
Zwischen alten Parklandschaften, offenen Flächen, Donauarmen, Feuchtgebieten und dem grünen Stadtrand lebt eine bemerkenswerte Vielfalt an Tieren. Manche davon mitten im urbanen Raum, andere nur wenige Kilometer davon entfernt.
Genau diese Mischung macht unsere Fototour aus.
Wir wollen Wien nicht nur besuchen – wir wollen seine wilde Seite entdecken.
Kleine Charakterköpfe vor der Linse
Zu unseren besonderen Zielarten gehören die Feldhamster.
Wer bei Hamstern zuerst an ein kleines Haustier im Käfig denkt, wird hier schnell eines Besseren belehrt. Feldhamster sind kräftige, selbstbewusste Wildtiere mit erstaunlich viel Persönlichkeit.
Wenn sie aus ihrem Bau schauen, aufmerksam die Umgebung beobachten oder zwischen der Vegetation nach Nahrung suchen, bieten sie fantastische Möglichkeiten für Aufnahmen auf Augenhöhe.
Gerade die Nähe zur Großstadt macht diese Begegnungen besonders spannend. Denn hier zeigt sich eindrucksvoll, wie Wildtiere selbst in stark vom Menschen geprägten Landschaften ihre Nischen finden.
Dabei achten wir selbstverständlich darauf, die Tiere nicht zu bedrängen und ihre Rückzugsbereiche zu respektieren.
Die Welt der Ziesel
Ein weiterer kleiner Bewohner steht bei uns besonders weit oben auf der Wunschliste: das Ziesel.
Neugierig schaut es aus seinem Bau, richtet sich auf die Hinterbeine oder verschwindet bei der kleinsten Unsicherheit blitzschnell wieder im Boden.
Fotografisch sind diese Tiere großartig.
Ihre aufrechte Haltung, die kleinen Pfoten und ihre ständig wachsame Art sorgen immer wieder für starke Motive. Gleichzeitig ist Geduld gefragt. Nicht jedes Tier sitzt dort, wo wir es gerne hätten, und nicht jedes Licht spielt sofort mit.
Aber genau darin liegt der Reiz.
Wenn am Ende ein Ziesel im weichen Morgen- oder Abendlicht vor uns sitzt, hat sich das Warten gelohnt.
Die Donau – Lebensader und Naturraum
Wien ohne Donau wäre kaum vorstellbar.
Für unsere Reise ist sie jedoch weit mehr als nur ein Fluss, der durch die Stadt führt. Die Donau und ihre angrenzenden Lebensräume bilden einen wichtigen Korridor für zahlreiche Tier- und Vogelarten.
Wir erleben diese Landschaft auch vom Wasser aus.
Während unserer Bootstour verändert sich die Perspektive vollkommen. Statt von einem Weg oder Ufer aus zu fotografieren, bewegen wir uns mitten durch eine Welt aus Wasser, Schilf und Ufervegetation.
Hier halten wir Ausschau nach Wasservögeln, Reihern und den heimlichen Bewohnern der Flusslandschaft.
Mit etwas Glück entdecken wir auch einen Biber.
Spuren seiner Arbeit sind oft leichter zu finden als das Tier selbst. Doch wenn plötzlich ein Kopf durchs Wasser zieht oder ein Biber am Ufer auftaucht, wird es schnell sehr ruhig im Boot.
Rohrdommel – Meisterin des Versteckens
Eine der spannendsten Vogelarten dieser Reise ist die Rohrdommel.
Sie gehört zu jenen Vögeln, die man häufig eher hört als sieht.
Perfekt an Schilflandschaften angepasst, kann sie wenige Meter entfernt stehen und trotzdem nahezu unsichtbar bleiben. Genau deshalb ist jede Sichtung etwas Besonderes.
Hier hilft kein „Motiv bestellen“.
Man braucht Geduld, Aufmerksamkeit – und ein bisschen Glück.
Und gerade deshalb gehört eine solche Begegnung zu den Momenten, die man nicht so schnell vergisst.
Eine Hauptstadt voller Natur
Wien überrascht aber auch abseits unserer Hauptzielarten.
Rehe können bis erstaunlich nah an die Stadt herankommen. Kaninchen nutzen offene Grünflächen. Greifvögel ziehen über uns hinweg und in den Feuchtgebieten begegnen uns je nach Situation zahlreiche weitere Vogelarten.
Vielleicht entdecken wir eine Eule.
Vielleicht einen besonderen Reiher.
Vielleicht passiert aber auch etwas, das morgens überhaupt noch nicht auf unserem Plan stand.
Wildlife-Fotografie lebt genau von diesen Momenten.
Zwischen Naturerlebnis und Wiener Lebensgefühl
Und trotzdem bleibt Wien natürlich Wien.
Diese Reise soll deshalb nicht nur aus Kamera, Teleobjektiv und Artenliste bestehen.
Wir sind in einer der schönsten Hauptstädte Europas.
Zwischen unseren Fototouren bleibt immer wieder Raum für das besondere Wiener Lebensgefühl – für historische Kulissen, gemütliche Abende, österreichische Küche und vielleicht auch den einen oder anderen Kaffee, bei dem aus einer kurzen Pause plötzlich etwas mehr wird.
Denn nach einem frühen Fotomorgen darf es durchaus auch einmal heißen:
Servus Wildlife – jetzt gibt’s erst einmal einen Kaffee.
Urban Wildlife mit ganz eigener Note
Wien zeigt eindrucksvoll, dass Natur und Großstadt keine Gegensätze sein müssen.
Feldhamster und Ziesel auf der einen Seite, Biber und eine faszinierende Vogelwelt entlang der Donau auf der anderen. Dazwischen eine Stadt mit Geschichte, Charme und einer ganz eigenen Gelassenheit.
Vier Tage lang suchen wir nach diesen Kontrasten.
Wir fotografieren kleine Charaktertiere auf Augenhöhe, erkunden die Lebensräume entlang der Donau und halten immer die Augen offen für das, was sich ungeplant ergibt.
Feldhamster. Ziesel. Biber. Rohrdommel. Donau. Wiener Lebensgefühl.
Eine ungewöhnliche Mischung?
Vielleicht.
Aber genau deshalb passt sie so gut zu Wien.











